Sturmholz Frankreich
Riesenmikado
Sein Name klingt harmlos, doch er brachte Tod und Verwüstung: "Klaus“ nannten Meteorologen den Orkan, der Ende Januar 2009 vor allem über Frankreich und Spanien tobte und über 30 Menschen das Leben kostete.
Auch die materiellen Schäden waren gewaltig. Vor allem die Forstwirtschaft wurde getroffen. Im Südwesten Frankreichs wurde ein Großteil der Wälder geschädigt, allein dort fiel die unvorstellbare Menge von rund 50 Millionen Festmetern Sturmholz an. Damit sich die Wälder wieder erholen können, kommt es auf den schnellen Abtransport des Holzes an.
Dabei spielt die DB Schenker Nieten GmbH, Speditionstochter der Deutschen Bahn und Spezialist für Holztransporte auf der Schiene, eine bedeutende Rolle. In enger Zusammenarbeit mit DB Schenker Rail organisiert sie den Transport von französischem Sturmholz zu Abnehmern in Deutschland und Österreich.
"Seit Juni 2009 haben wir bereits mehr als 200 Ganzzüge mit je bis zu 1.300 Nettotonnen Holz abgefahren“, sagt Manfred Eberhardt, Geschäftsführer bei DB Schenker Nieten. "Mittlerweile fahren zehn Züge wöchentlich mit je 24 Wagen von Labouheyre in Aquitanien über Forbach/Saarbrücken zu holzverarbeitenden Betrieben in Deutschland und Österreich.“
Zusätzlich wickelt DB Schenker Nieten gemeinsam mit dem Schweizer Schienengüterverkehrsunternehmen SBB Cargo wöchentlich zwei bis drei Ganzzüge für Schweizer Kunden ab. Bevor die Transporte beginnen konnten, musste jedoch die notwendige Infrastruktur in den Windwurfgebieten geschaffen werden.
"In enger Abstimmung mit dem französischen Infrastrukturbetreiber RFF, unserer französischen Tochter ECR und SBB Cargo haben wir nach geeigneten Verladebahnhöfen gesucht, die wir dann erst einmal den Anforderungen des Holztransports entsprechend ausrüsten mussten“, erklärt Eberhardt. Im Windwurfgebiet selbst stellt ein Fachmann von DB Schenker Nieten in enger Abstimmung mit den Holzverladern und den beteiligten Bahnen die möglichst reibungslose Transportabwicklung sicher.
Neben den Ganzzügen transportiert außerdem der vier Mal wöchentlich verkehrende "Spainshuttle“ von ECR und DB Schenker Rail Holzwagen Richtung Osten. Ab Saarbrücken erfolgt die Beförderung der durchschnittlich acht bis zehn Holzwagen im Einzelwagennetz der DB.
Um zusätzliche Holzabfuhren zu ermöglichen, organisiert DB Schenker Nieten auch die Abfuhr von Holz, das mit Schiffen aus Bayonne und Bordeaux nach Rostock und Wismar transportiert wurde, mit Ganzzügen und Wagengruppen. Je Schiff werden ca. 3.000 bis 3.500 Tonnen gelöscht, die mit Wagen von DB Schenker Rail den Empfängern in Ostdeutschland zugestellt werden.
"Dieses komplexe Transportsystem haben wir aufgebaut, um die großen Mengen Windwurfholz abzutransportieren, die Klaus innerhalb weniger Tage allein in Südwestfrankreich zu Fall gebracht hat“, so Eberhardt. "Nach derzeitiger Planung werden wir damit noch bis weit in das Jahr 2010 hinein beschäftigt sein.“
